Anbau und Botanik

Botanik

Die Kaffeepflanze zählt zur Familie der Rötegewächse, zu der rund 500 Gattungen mit über 6’000 Arten gehören. Zu den Rötegewächsen (Rubiaceae) gehören auch das Labkraut oder der Waldmeister, welche man in der Schweiz häufig am Waldrand antrifft. Jedoch interessiert uns eine spezielle Untergruppe der Rubiaceae: die Rubiaceae Coffea. Wildwachsend kommt die Kaffeepflanze nur noch in Gegenden von Äthiopien vor. Bis zu 12 Meter hoch kann ein solcher Strauch werden. Die beiden wirtschaftlich bedeutendsten Gattungen sind die Coffea arabica und die Coffea canephora, besser bekannt als Arabica und Robusta. Darüber hinaus existieren knapp 100 weitere Arten der Coffea Pflanze.

Es existieren weit über 100 Arten der Coffea Pflanze. Wobei nur zwei von wirtschaftlicher Bedeutung sind: Coffea Arabica und Coffea Canephora.

Die Frucht der Kaffeepflanze ähnelt von der Beschaffenheit einer Kirsche. So besitzt die Kaffeekirsche einen harten Kern, welcher die eigentliche Kaffeebohne verkörpert. Die Kaffeebohne wird von einer dünnen Hornschale umhüllt. Diese Hornschale, in der Fachsprache auch Silberhaut genannt, stellt eine Schutzschicht für den Kern dar. Eine zweite Schutzschicht, die Pergamentschicht, umgibt die Samen und die Silberhaut. Abschliessend wird das innere vom Fruchtfleisch eingeschlossen. Das Fruchtfleisch ändert je nach Reifegrad seine Farbe. Anfangs ist die Kaffeekirsche Grün und mit zunehmendem Reifegrad wird sie Gelb. Die Kaffeekirschen sind reif für die Ernte, sobald sich das Fruchtfleisch dunkelrot verfärbt hat. Überreife Kaffeekirschen werden immer dunkler bis diese von allein abfallen und verfaulen.

Sobald sich die Kaffeekirsche dunkelrot verfärbt hat, ist sie reif für die Ernte.

Anbau

Der Kaffee ist eine Tropenpflanze und erfordert eine durchschnittliche Temperatur von mindestens 15-25C. Für das Gedeihen der Pflanze ist zudem eine Niederschlagsmenge von 1000-2000 Millimetern pro Jahr nötig. Die Anbauhöhe kann je nach Sorte (Arabica oder Robusta) von 0-2200 Metern über Meeresspiegel variieren. Unter diesen Bedingungen wächst die Pflanze nur in bestimmten Regionen rund um den Globus. Am besten gedeiht die Kaffeepflanze innerhalb des 23. Breitengrades nördlich und 25. Breitengrad südlich des Äquators. Dieses Gebiet wird als Kaffeegürtel bezeichnet. Tropische bis sub-tropische Bedingungen prägen den Kaffeegürtel besonders, was sich äusserst positiv auf den Anbau der Kaffeebäume auswirkt. Nebst den geographischen und klimatischen Bedingungen ist der sorgfältige Anbau von zentraler Rolle. Obwohl die Pflanze Koffein enthält, erschwert die hohe Krankheitsanfälligkeit die Kultivierung.  So kann es vorkommen, dass die Kaffeepflanze von Schädlingen oder Pilzen wie Kaffeerost heimgesucht wird.

Der Kaffeerost ist auf den Blättern der Kaffeepflanze ersichtlich. Ganze Plantagen können ihm zum Opfer fallen.

Global sind rund 11.1 Millionen Hektaren mit Kaffeepflanzen bedeckt. Dies entspricht fast drei Mal der Fläche der Schweiz. Seit den 1990er Jahren ist die Anbaufläche von Kaffee auf gleichbleibendem Niveau, wobei sich die die Erntemenge in der gleichen Zeit mit 11 Millionen Tonnen fast verdoppelte. Brasilien führt die Liste der grössten Rohkaffeeproduzenten mit drei Millionen Tonnen Rohkaffee an. An zweiter Stelle liegt Vietnam, welches lediglich halb so viel Rohkaffee wie Brasilen produziert. Vietnam ist allerdings ein Spezialfall. Bis ins Jahr 1990 wurde der Rohkaffeeexport von der Regierung kontrolliert. Die produzierte Menge wurde zu einem fixen Preis von der Regierung abgenommen und anschliessend weiterverkauft. Als sich der Markt geöffnet hat, stieg die Exportmenge von 40’000 Tonnen auf 1.4 Millionen Tonnen im Jahr 2020.

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