Die Ernte

Einmal pro Jahr ist typischerweise Kaffeeerntezeit; in manchen Anbaugebieten auch zweimal. 
Auf der nördlichen Hemisphäre dauert die Erntezeit von September bis Dezember, wo hingegen auf der südlichen Hemisphäre die Ernte zwischen April und August stattfindet. Die Kaffeeernte kann in drei Varianten unterteilt werden: Maschinenernte, Stripping- Methode und die Handernte.

Handernte

Die Handernte wird auch als Picking Methode bezeichnet. Bei dieser werden die Kaffeekirschen einzeln vom Ast gepflückt. Dies hat den Vorteil, dass nur perfekt reife Kaffeekirschen in die Weiterverarbeitung gelangen. Da nicht alle Kirschen auf einmal abgenommen werden, kommt es zu mehreren Erntedurchgängen. Pro Baum benötigt ein Pflücker rund 20-30 Minuten. In dieser Zeit können bis zu acht Kilo Kaffeekirschen geerntet werden. Von diesen acht Kilo bleiben schlussendlich noch knapp zwei Kilo Röstkaffee. Dank dem selektierten Pflücken wird eine hohe Qualität garantiert. Auch für die Kaffeepflanze stellt die Picking Methode die schonendste Erntevariante dar. Diese, allerdings arbeitsintensivste Ernte, schlägt sich im Preis nieder. So können sich die Erntekosten gegenüber der Stripping Methode verdreifachen.

Stripping Methode

Gegenüber der Picking Methode stellt die Stripping Methode eine effizientere jedoch nicht effektivere Erntevariante dar. Die Stripping Ernte wird auch von Hand durchgeführt. Die Kaffeekirschen werden mit einem Handgriff vom Zweig abgestreift. Durch diesen Vorgang landen auch unreife Kaffeekirschen in der Ernte, welche bei der Ernteaufbereitung aussortiert werden müssen. So stellt die Stripping Methode einen Mittelweg zwischen der arbeitsintensiven Handernte und der industriellen Maschinenernte dar.

Maschinenernte

Erntemaschinen kommen auf flachen und sich weit erstreckenden Plantagen vor. In hügeligem Gelände sowie auf engen Platzverhältnissen kann somit die Maschine nicht eingesetzt werden. So trifft man solche Erntehelfer vorwiegend in Brasilen an. Die Erntemaschine fährt den Anbaureihen entlang. Baum nach Baum wird von der Maschine durchgeschüttelt. Die abfallenden Bohnen, jedoch auch Blätter und Zweige fallen in darunterliegende Auffangbehälter. Die Ernte ist nun mit unreifen Bohnen, Ästen, Blättern und anderen Fremdkörpern versehen. Für die nachfolgenden Schritte, genauer die Aufbereitung des Kaffees, bedeutet dies ein grosser Mehraufwand an Sortierarbeiten. Neben der Qualitäteinbusse hat die maschinelle Ernte auch negative Auswirkungen auf die Kaffeepflanze.

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