Äthiopien gilt als Ursprungsland des Kaffees und ist heute der grösste Kaffeeproduzent Afrikas. Vor allem im Südwesten des Landes wird Kaffee angebaut. In Höhenlagen von etwa 1’500 bis über 2’000 Metern gedeiht dort hochwertiger Arabica. Regionen wie Yirgacheffe, Sidamo, Guji und Harrar sind für ihre besonderen Kaffees bekannt. Fruchtbare Böden, ideale klimatische Bedingungen und die Höhenlage schaffen die besten Voraussetzungen für die vielfältigen Aromen der Bohnen.
Geschmacklich ist äthiopischer Kaffee aussergewöhnlich vielfältig. Florale und fruchtige Noten wie Jasmin, Bergamotte, Beeren und Zitrusfrüchte treffen auf eine elegante Säure und komplexe Aromen. Je nach Verarbeitung entstehen unterschiedliche Charaktere: Gewaschene Kaffees sind meist klar und fein, während trocken aufbereitete Bohnen intensiver und fruchtiger wirken. Der Kaffeeanbau ist zudem eine wichtige Lebensgrundlage für Millionen von Menschen und prägt die Wirtschaft vieler Regionen. Häufig wird der Kaffee von Kleinbauern in traditionellen Anbausystemen kultiviert und von Hand geerntet.
Geschichte
Eine von vielen Legenden besagt, dass nicht die Menschen, sondern eine Ziege im Jahr 850 die belebende Wirkung der Kaffeekirschen entdeckte. Als eines Abends die äthiopischen Mönche eines Klosters gemütlich beisammensassen, fiel ihnen auf, dass ihre Ziegen auffällig munter waren. Sie stellten fest, dass die Tiere unbekannte Beeren gefressen hatten, und machten es ihnen aus Neugier nach. Sie probierten die dunkelroten Früchte, warfen sie jedoch aufgrund ihres bitteren Geschmacks ins Feuer. Kurz darauf verbreitete sich ein köstlicher Duft. Aus den gerösteten Bohnen brauten sie ein schwarzes Getränk. So entstand der erste Kaffee.
Von den äthiopischen Hochlagen gelangte der Kaffee später über den Jemen und die Arabische Halbinsel nach Europa und von dort aus rund um den Globus. Was in den Wäldern Äthiopiens seinen Ursprung nahm, entwickelte sich so zu einem der beliebtesten Getränke weltweit.
