Kenia ist vor allem für seine charaktervollen Arabica-Kaffees bekannt, die zu den begehrtesten Kaffees Afrikas gehören. Der Grossteil davon stammt aus der Landesmitte, insbesondere aus den Regionen Nyeri, Kirinyaga und Kiambu. Dort wachsen die Kaffeepflanzen in einer Höhe von etwa 1’500 bis 2’100 Metern auf mineralreichen Vulkanböden. Die Höhenlage und das gemässigte Klima lassen die Kaffeekirschen langsam reifen und geben den Bohnen Zeit, ihr Aroma zu entwickeln. Auch der hohe Eisen- und Aluminiumgehalt der Böden trägt zu den besonderen Eigenschaften des kenianischen Kaffees bei.
Typisch für ihn ist seine ausgeprägte, lebendige Säure, die von einer natürlichen Süsse und intensiver Fruchtigkeit begleitet wird. Je nach Herkunft können Aromen von Beeren, Zitrusfrüchten oder schwarzen Johannisbeeren auftreten. Fast ausschliesslich Arabica wird angebaut und meist von Hand gepflückt. Anschliessend werden die Kaffeekirschen häufig nass aufbereitet, bevor die Bohnen unter der afrikanischen Sonne getrocknet werden.
Eine Besonderheit ist die sorgfältige Klassifizierung des Kaffees. Besonders begehrt sind die sogenannten Peaberries oder Perlbohnen, bei denen sich in der Kaffeekirsche nur eine einzelne Bohne entwickelt. Auch wirtschaftlich spielt Kaffee eine wichtige Rolle: Ein grosser Teil der Ernte wird über die bekannten Auktionen in Nairobi verkauft. In Kenia treffen somit aussergewöhnliche Anbaubedingungen, aufwendige Verarbeitung und ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein aufeinander – eine Kombination, die kenianischen Kaffee weltweit so unverwechselbar macht.
