Die Coffea arabica Pflanze ist seit dem Beginn der Kaffeekultivierung bekannt. Anders sieht dies bei der Coffea canephora aus, welche besser unter dem Namen Robusta bekannt ist. Anfang des 20. Jahrhunderts bestand die Weltkaffeeproduktion aus 95% Arabica Kaffee. Im Laufe der Jahre folgte eine enorme wirtschaftliche Bedeutungszunahme des Robusta Kaffees. Aktuell beträgt der Robusta-Anteil der Weltkaffeeproduktion knapp 40%. Die restlichen 60% des Handelsvolumens werden von der Arabica-Pflanze abgedeckt. Der Unterschied zwischen den beiden Sorten liegt in der Widerstandsfähigkeit und im Ertragsvolumen. Wie der Name verrät, ist die Robusta Pflanze robuster. Zusätzlich entwickelte sich die Coffea canephora zur ertragsreicheren Pflanze.
Warum gibt es Arabica-Kaffee noch?
Die Früchte der Arabica-Pflanze spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Der Arabica Kaffee scheint bei den Endkonsumenten beliebter zu sein. Man schätzt den Geschmack sowie die Qualität der Arabica-Bohnen. Jedoch ist dies nur die halbe Wahrheit, da eine Co-Existenz zwischen den beiden grossen Sorten: Robusta und Arabica, herrscht.
Yin und Yang
Die Daseinsberechtigung des Arabica Kaffees stellt der Robusta dar. Der Arabica braucht den Robusta sowie umgekehrt. Durch die richtige Mischung beider Kaffeesorten erhält man einen runden und harmonischen Geschmack. So gehört der kräftige, erdige Robusta zum vielschichtigen und feinen Arabica wie das Yin zum Yang.
Da wir in einer individualisierten Genussgesellschaft leben und die Geschmäcker nun halt unterschiedlich sind, gibt es unterschiedliche Präferenzen. So lieben die Menschen im Norden einen nuancenreichen Arabica mit einer schönen sowie ausgeprägten Fruchtsäure, zu geniessen. Auf der anderen Seite lieben die südländischen Staaten einen starken und körperreichen Espresso möchte. In der Schweiz leben wir die Kompromissbereitschaft. Wir möchten gerne den Italiener verstehen und einen Espresso, wie auf der Piazza in einem versteckten südländischen Dörfchen, geniessen. Gegenüber hat sich ein neuer Kaffeekonsum in den nordischen Ländern entwickelt. Die Kaffeekultur Norden entstand erst, nachdem alle traditionsreichen Kaffeehäuser im 17. Jahrhundert in Italien und Wien sich etabliert haben. Ohne grossen Bezug zu diesen Vorfahren im Süden, entstand ein neuer Kaffeegenuss. So schätzte man einen hellgerösteten und furchigen Kaffee, welcher nicht primär, wie im Süden, als Espresso getrunken wird. Vielmehr muss dieser als Filterkaffee oder als Cafe Creme seine Komplexität unter Beweis stellen.